Jedermannsrecht

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Das Jedermannsrecht

Das Jedermannsrecht (norw. Allemannsretten) ist seit 1957 im norwegischen „Gesetz über das Leben im Freien“ verankert. Dieses traditionelle Recht gilt in ganz Norwegen und erlaubt sowohl Einheimischen als auch Besuchern, sich in der Natur frei zu bewegen. Auch auf das Camping in Norwegen hat das Jedermannsrecht dadurch einen großen Einfluss.
Bei aller Freiheit gibt es jedoch auch ein paar wichtige Dinge zu beachten. Grundsätzlich gilt: Von jedem, der dieses Recht in Anspruch nimmt, wird ein respektvoller Umgang mit der Natur erwartet. Außerdem gilt es, jederzeit Rücksicht auf Landeigentümer sowie auf andere Besucher zu nehmen.

Was ist erlaubt – und was nicht?

Grundsätzlich wird zwischen „offenem Land“ und „eingezäuntem Land“ unterschieden. Letzteres muss nicht zwangsläufig eingezäunt sein, sondern ist die Umschreibung für Land, das sich in Privatbesitz befindet. In der Regel betrifft dies bebautes Land, Gärten, Weiden, Felder und Plantagen. Im Winter, genauer gesagt zwischen dem 15. Oktober und dem 30. April, dürfen auch landwirtschaftliche Flächen betreten werden.
Als „offenes Land“ gelten die meisten Bereiche an der Küste, in den Wäldern sowie in den Bergen. Im offenen Land darf man sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf Skiern uneingeschränkt bewegen.

Angeln:

In Norwegen darf im Salzwasser (Meer und Fjorde) ohne Genehmigung geangelt werden. Für das Angeln im Süßwasser (Bäche, Flüsse, Seen) hingegen bedarf es einer Genehmigung, die meist in Tankstellen, Touristenbüros, Kiosken und Sportgeschäften erhältlich sind.

Feuer:

Ein Feuer in der freien Natur ist eine schöne Sache und in Norwegen grundsätzlich auch erlaubt. Beachten Sie jedoch, dass offenes Feuer in Wäldern und in der Nähe von Waldgebieten in der Zeit vom 15. April bis zum 15. September nicht gestattet ist. Auch in Naturschutzgebieten und und Nationalparks kann das Feuermachen eingeschränkt oder verboten sein. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass man mit einem Feuer in der Natur keinen Schaden anrichtet. Aus diesem Grund dürfen auch keine Äste, Zweige oder Rinde von lebenden Bäumen abgesägt oder abgebrochen werden.

Zelten:

Das Zelten sowie das Übernachten unter freiem Himmel ist auf offenem Land überall erlaubt, solange man mindestens 150 Meter Abstand zum nächsten Haus oder zur nächsten Hütte einhält. Auf Parkplätzen und bewirtschafteten Feldern darf nicht gezeltet bzw. übernachtet werden, dasselbe gilt für „eingezäuntes Land“ – es sei denn, man hat die Erlaubnis hierzu vom Landeigentümer erhalten. Eine Erlaubnis ist ebenfalls erforderlich, wenn man länger als zwei Nächte an einer Stelle bleiben möchte. Dies gilt jedoch nicht für das Zelten in den Bergen oder an anderen abgelegenen Orten.

Pilze und Beeren:

Die norwegische Natur bietet zu bestimmten Zeiten ein reichhaltiges Angebot an leckeren Pilzen und Beeren. Im offenen Land darf man diese für den persönlichen Bedarf ernten. Für das Pflücken von wildwachsenden Nüssen sowie von Moltebeeren gelten besondere Regeln – zum Beispiel dürfen diese nur für den sofortigen Verzehr gepflückt werden. In den drei nördlichsten Provinzen (Troms, Nordland, Finnmark) dürfen Moltebeeren sogar nur von den Grundeigentümern geerntet werden.

Müll:

Der respektvolle Umgang mit der Natur bedeutet selbstverständlich auch, dass man keinen Müll in der Landschaft hinterlässt oder vergräbt, sondern diesen in dafür vorgesehenen Mülleimern oder Müllcontainern entsorgt. Auch das Entleeren von Camping- bzw. Chemietoiletten darf nur an dafür vorgesehenen Stellen (z.B. auf Parkplätzen, Campingplätzen, Tankstellen) geschehen, die grundsätzlich mit entsprechenden Schildern gekennzeichnet sind.

Quelle: http://norwegen-camping.com/campinginfos/recht-und-gesetz/