Bericht Frühling 2006

Der Reise(be)gleiter  – ein Reisebericht als Arbeitserlebnis

20.05. 2006, 09:00 Uhr: Hallo, mein Name ist Sven, Angelguide bei Fjord Tours und ich stehe in Rostock auf dem PP vor dem Haus, es schüttet nett – und warte auf einen meiner Gäste für die dritte Bustour „Fischen in den Frühling 2006“ nach Furre Hytter Sjernaroy. Wir hatten uns vorher verabredet, gemeinsam zum Zustiegspunkt zu fahren. Die üblichen Gedanken: haste die Fährunterlagen dabei? Ist die Karte für die Fähre von der Inlandsfähre am Mann? Geld eingesteckt für Maut und „Unvorhersehbares„? Eben Sachen die den Abfahrtstag eines Reisebegleiters und Guides so ruhig sein lassen.


Dann, Marco so 10 min. überfällig, wird es ganz entspannt: „ Wo steckt der Bengel bloß? Was wenn der nun nicht kommt …jetzt noch selber Auto packen und los, was sagt die Uhr dazu! „ – Sozusagen, ich warte ruhig und geduldig.

Natürlich kommt Marco. Kurze Begrüßung – der Eindruck vom Telefon stimmt, prima Bursche – man kommt ins Quatschen – klar über Norwegen – worüber auch sonst!

Die obligatorische Frage nach Fisch kommt auch. Und mir wird ein wenig warm – der Langstreckenwetterbericht brennt mir in der Reiseunterlagentasche – Wind aus Süd , mit kräftigen Spitzen – also nicht das Wahre für Sjenaroy, zumal das ja schon ne Weile anhält. Aber bange machen gilt nicht – und ich glaube an meine Inseln – also diplomatisch geantwortet und Optimismus verbreitet. Dazu bin ich ja da!

Wir kommen pünktlich am Treffpunkt an. Zeit für einen Kaffee und ein Hallo an weitere dort Gäste , viele bekannte Gesichter – Wiederholungstäter , für Norwegen, für Sjenaroy und für Bustouren.  Gelächter, als wir den Frühling (Schneesturm) Tour des März 05 gedenken. Neulinge aus Rheinland – Pfalz – die uns mit einer edlen Flasche Wein ihres Landes als Geschenk beehren – Vorschußlorbeeren ? Na, dann!

Dann erscheint der von Eisenhüttenstadt eingesetzte Bus, bis hierhin geleitet von ebenfalls „ Langzeit- Norwegen- kranken „ und Stammgästen auf diesen Touren. Nochmals hallo mit allen und dann  – packen, packen, packen – aber – was ein Bus – Stauraum ohne Ende. Hier hat der Veranstalter Fjord Tours ja das Feinste vom feinen genommen – 12 m lang, Higdecker Mercedes und der Fahrer ist dabei auch sehr clever – besonders als er meine Bagage erkennt ( und das das Futter für ihn da mit drinnen ist ) – und diese ganz besonders verwahrt. Volker von Fjord Tours war auch persönlich vor Ort, um seine Gäste zu verabschieden, und wäre am liebsten gleich mit gefahren!

Abfahrt, los geht’s – Richtung Hamburg, dort am Rasthof Budikate noch jemanden aufnehmen – und nun Richtung Norden – immer geradeaus bis zur Raststätte „Hüttener Berge „ dort warten noch 4 Mann  in strömenden Regen, aber wir sind verdammt pünktlich, was natürlich gut ankommt. Und auch noch „ alte Hasen „. Was will ich hier eigentlich?

Und Lachen im Bus – Marco ist Lkw – Fahrer , der „ findet „ sich rasch mit Roy,  dem Bus “Kutscher“ – ein freundlicher, humoriger Kleinkrieg entsteht – der uns die ganze lange Reise unterhalten wird.

Durch Dänemark mit kurzweiligen Gesprächen – über vergangene Reisen – diese Reise – Gott und die Welt ( also Norwegen ).

Hirtshals – Zeit wird’s – also trabe ich zum Schalter, hole unsere Unterlagen ab und denke: Die Damen bei Color werden auch immer hübscher!

Rauf auf die Fähre„ Christian IV „ Busfahrer zu Bett geleitet – zum Glück war er müde genug und verlangte kein Schlaflied !

Morgens an Bord, kleine Peinlichkeit , da hält mich jemand an – begrüßt mich herzlich und ich weiß nur – yep , ein NAFFE – aber wer zum Teufel ? Also blamiere ich mich und frage: Mensch – Matze – ich werde echt alt ?

Also – auf durch Norwegen – die „ Bande „ dahinten wird langsam kribblig, klar – nur ich bin die Ruhe in Person ( ich mag, wenn ich mich selbst belüge ). Immer mehr drehen sich die Gedanken und Gespräche um die Angelei, die Anlage – was ist neu geworden – die Boote – um Fänge der vorhergehenden Reisen.

Trotzdem – eisern halten wir die Pausen ein und der Fahrer verkürzt sie mit Kaffee und Würstchen ( von dem schön kalten Bier aus der Bordkühlung hatten Fahrer Roy und ich ja nun nichts ).

Dann endlich, pünktlich geschafft, wir stehen am Fähranlieger Hanasand und warten auf die Fähre in die Inselwelt Finnoy’s. Und für mich kommt wieder der große Augenblicklich stehe an der Stelle, die für mich Norwegen ist, die alles ausdrückt was ich für dieses Land empfinde, warum auch immer gerade dort!?!?


Brav tuckert die Inselfähre mit uns durch die herrliche  Inselwelt und mit freundlicher Unterstützung einiger alter Hasen haben wir von Bord und mit der Erfahrung jetzt schon alle Fjorde um die Inseln herum in Gedanken leer gefischt.

Dann die Anlage .Haus – und Bootsaufteilung war ja eh schon klar, ich schaffe noch einen raschen Blick auf den Bootszustand, da rauschen die ersten auch schon ab – tyske crazy fiskeman ! Aber dafür sind sie je schließlich hergekommen.

Gut, das die Tanks mal wieder voll waren ( organisiert der Veranstalter in Absprache mit dem Besitzer, klappt immer und spart Zeit ), ich glaube, einige wären auch gerudert, aber mich selbst zieht es eigentlich auch ein „ wenig „ aufs Wasser, ein „ ganz klein wenig „ !

Hilft ja nichts, erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Also mal schauen, wie wir das mit den Kühltruhen machen. In der Gastronomie große Hochzeitsfeier, Fridtjof also null Zeit, entscheide ich eben selber  und schaue einer norwegischen Hochzeit zu.

Die Ausbeute des Abends ist gering – meine innere Befürchtung tritt ein – Wind, recht böig , aus südlich Richtungen, na Mahlzeit !

Trotzdem krabbelt alles frohgemut abends in die Kojen, müde und in den Träumen wohl schon den großen Fisch jagend, ich nutze die Zeit, setzte mich abends spät auf die Veranda vor dem Haus, genieße Norwegen und die Ruhe, die Ruhe vor dem Sturm!


Morgens geht’s dann los. Alle Boote brechen auf zur fröhlichen Jagd auf schuppige Meeresungeheuer, doch leider hat Thor vor dem Erfolg die Taufe gesetzt. Der Wind nimmt zu, teilweise in einigen Bereichen des Reviers wird’s sehr kabbelig und ich setzte auf die Besonnenheit der Jungs in den Booten. Das Gute an Sjernaroy ist, das man bei jedem Wetter fischen kann. Den vielen hohen Inseln sei Dank. Aber bei Südwind wollen die Schuppis einfach nicht so richtig!!!!

Auch für mich wird’s nun Zeit mir das Geschaukel anzuschauen. Also raus geht’s, erste Erfahrung – Strömung und Driften wie ne norwegische Fregatte – man könnte glatt einen Wasserskifahrer beim Angeln ziehen. Neue Angelmethode : Trollingfischen mit flachlaufenden 300g Pilkern ! Allerdings: sehr erfolglose Methode – ich verzichte auf die Patentrechte!

So bleibt auch die Ausbeute aller Boote – nicht schlecht eigentlich, jeder hat ordentlich was in der Kiste doch weit unter allen Erfahrungen des Gebietes um Sjernaroy. Schwärme von Köhlern fast Fehlanzeige, hier mal ein Trupp, dort mal ne Gruppe – aber bei der Driftgeschwindigkeit hat kein Boot eine längere Chance.

Aus purer Verzweiflung legt man Abend ein paar prima Lengs, Lumbs  und Dorsche vor – besonders unsere Oldis aus Schleswig- Holstein tun sich hier hervor. Was mich freut und die ganze Woche weiter freute: trotz dieser doch etwas schwachen Beisslaune der Fische – jeder blieb unserem gefassten Motto treu. nix Untermassiges….kein Kistenfüllen mit Minifisch.


Abends sitzen wir zusammen: Leute die schon öfters hier waren, Fridtjof und  ich orakeln übers Wetter, wie mag es werden – wohin fahren, was verspricht Erfolg bei der Witterung, was ist anfahrbar. Der Tidekalender macht die Runde.

Wie zum Hohn legt sich dann der Wind- es wird Ententeich Wetter. Vom Schwimmanleger werden brav Platten geangelt und das reichlich – die müssen nun für Thors Windlaune in die Pfannen!

Nächster Morgen – ich wache auf. Blick zur Uhr: 05:30 Uhr, Blick an den Steg – himmlischer Vater – da sind schon etliche unterwegs… na gut, laut Tidekalender ein Versuch vor dem Tidesprung. Jungs, sei Freiya mit euch! Ist sie natürlich nicht. Beim „ Frühstücksanlegen „ siehst es nicht sehr gut aus in den Kisten  ….. und nebenbei beginnt der Wind sein dusseliges Spiel von neuem…. Und das wieder heftig von Süd.

So geht das weiter, Wind, Wind, Wind …schwer, gute Gebiete zu erreichen, schwer sich über guten Gründen zu halten, Leichtfischerei beginnt bei 150g!

Zwei Boote wagen den Sprung in den Krossfjord ( 5 km nördlich von Furre Hytter, bei gutem Wetter mit jedem Boot bequem zu erreichen ) – Ausbeute ein 1 m Leng, noch 3 Endsiebziger derselben Rasse und 4 feiste Lumben nebst einigen Dorschen und Seelachsen. Rückmeldung der Besatzung :“ U- Frankfurt von Feindfahrt zurück – 2 Abschüsse , drei Streifschüsse ! „ War wohl ne dolle Fahrt – niemand setzt zu einer Wiederholung an!

Mich lässt der Gedanke Krossfjord nicht los. Also mit Fridjof geredet und Osmund ( den ortsansässigen Fischer ) gechartert, nebst seinem Kutter! Am Herrentag entern 8 Mann auf – und ab geht’s – mit GPS Punkten aus Volker Dabertz Beiträgen an Bord. 8 Mann – und jeder Fisch. Geht doch!!!


Abends dann Grillparty, spendiert der Veranstalter Fjord Tours seinen Gästen auf jeder seiner Bustouren, – ich röste die Steaks und Würste und packe meinen Groll gegen Thors Pustewindeinlagen gleich mit dazu – und brate alles bei kleiner Flamme gut durch – na die Laune lassen wir uns nicht verderben, wie schon die ganze Woche nicht, wird ein lustiger Abend – der mit einem Baden im Fjord für 3 Mann endet ( 10,3 Grad Wasser )

So klingt die Woche langsam aus, am Ende sieht es dann trotz des schlechten Wetters doch nicht so schlecht aus in den Fischkisten – Zufriedenheit trotz der unter den Erwartungen bleibenden Fängen – und oft genug der Satz „ Wir kommen sicher wieder – so ein Jahr muss auch mal sein! „

Insgesamt sind sehr viele Lengs an Land gekommen, schöne Dorsche, gute Lumbs – Polacks und sehr gute Schellis – die Krönung war allerdings ein Hornhecht…. gefangen von unserem Hamburger – „ nette Sprüche bekam er gratis : „ …zum Hornhechtangeln nach Norwegen – wer’s halt hat ! „ er ertrug den Blödsinn mit hanseatischer Gelassenheit !

Ein paar nette Schwärme Köhler – und die Welt wäre so richtig in Ordnung gewesen – aber die hatte wohl der Wind verweht…..und wenn man sie mal stellte wollten sie um nichts in der Welt beißen – ich Wette seekrank!

Und die Vorschußlorbeeren der Rheinland – Pfälzer durfte ich mir schmecken lassen , sie waren mit der guten, alten Sjörlandsnekke , die sie hatten so zufrieden, die wollten gar nicht aufhören zu fahren……

Nun – es hieß also Abschied nehmen , von einem Land das sich treu blieb – das verlangt, dass du dir den Fisch mit Herz und Verstand gegen das Wetter erkämpfst, von wunderschönen Bildern – und auch guten Fischen !

Und einer Anlage Furre Hytter – die Jahr für Jahr wächst – jedes Jahr praktischer wird, immer dem Motto unseres ruhigen Vermieters Fridtjofs getreu „ Step by Step ! „  – und dabei nichts von ihrem Charme verliert.

Die Rückreise war kurzweilig, wenn auch wie immer lang, aber auf „ Christian IV „ gab für uns genug zu lachen – Zufall das „ Freddy „ – der Trickkünstler drei aus unserer Reisegruppe nach vorn holte  – und dann noch bei jemanden einen roten Stringtanga in der Hose fand ?!

Und ein Geburtstagskind ( Fjord Tours überreichte spontan einen Gutschein ) in der Nacht der Rückreise führte im Bus zu einem wunderschönen gemischten Canon – wobei unsere weibliche Mitreisende doch arg unterging in den Bass- und Baritontönen

Nur eins noch – nach drei begleiteten Busreisen – ich bin reif für Urlaub.

Aber Fjord Tours plant schon die nächsten Touren  und ich bin garantiert wieder mit dabei!!!

Und meinen Urlaub ? Ratet mal wo ich den mache!

GENAU HIER AUF SJERNAROY !!!!

Einkaufsgutschein

 

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